Skip to main content

STOP WAITING

Durch Afrika – Die Reise, die alles veränderte

Kapitel 1 – Mit zwanzig

Ich war zwanzig Jahre alt.

Als junger Kreativer in einer deutschen Werbeagentur hatte ich gerade mein erstes richtiges Geld verdient.

Die meisten hätten sich ein Auto gekauft.

Oder eine bessere Wohnung.

Ich kaufte ein Ticket nach Afrika.

Nicht weil ich einen Plan hatte.

Weil ich neugierig war.
Kapitel 2 – Die vertraute Welt verlassen

Ich sprach kein Französisch.

Nicht einen einzigen Satz.

Keine Reiseführer.

Kein Internet.

Kein Mobiltelefon.

Nur eine kleine Tasche, eine Polaroidkamera und die Adresse einiger Entwicklungshelfer, die ich in Deutschland kennengelernt hatte. Sie lebten in Korhogo, im Norden der Elfenbeinküste.

Das genügte.

Kapitel 3 – Hinein nach Afrika

Als ich in Abidjan landete, überwältigte mich Afrika sofort.

Die erste Nacht verbrachte ich im eleganten InterContinental Hotel – einem so luxuriösen Ort, dass er sogar eine eigene Eisbahn hatte.

Nur wenige Tage später saß ich auf dem staubigen Boden eines überfüllten Buschtaxi-Bahnhofs und wartete auf ein Sammeltaxi, das mich nach Norden bringen sollte.

Dieser Gegensatz prägte meine Art zu reisen für den Rest meines Lebens.

Manchmal Luxus.

Manchmal fast nichts.

Nie die Mitte.

Kapitel 4 – Wenn Pläne verschwinden

Eine meiner ersten Lektionen ließ nicht lange auf sich warten.

Als ich mit meiner Omega am Handgelenk über einen Markt in Abidjan ging, wurde ich ausgeraubt.

Das tat weh.

Aber es war auch meine erste Lektion des Reisens.

Die Welt war nicht gefährlich.

Sie verlangte einfach Aufmerksamkeit.

Kapitel 5 – Lernen, mir selbst zu vertrauen

An der Buschtaxi-Station versuchte ich immer, mich mit allen anderen nach hinten zu zwängen.

Doch die Fahrer bestanden darauf, dass ich vorne saß.

Ich hatte mir dieses Vorrecht nicht verdient.

Es war einfach die Realität Afrikas in den frühen 1970er-Jahren.

Dieses Gefühl habe ich nie vergessen.

Kapitel 6 – Die Geburt eines Reisenden

Dann geschah etwas Unerwartetes.

Ich lernte eine Afrikanerin kennen, die einige Jahre älter war als ich.

In vieler Hinsicht wurde sie zu meiner Wegbegleiterin.

Sie öffnete Türen, die ich allein nie gefunden hätte.

Sie machte mich mit Dörfern, Familien, Traditionen und einem Alltag bekannt, der weit abseits der Wege lag, die ein Tourist hätte entdecken können.

Sie zeigte mir nicht nur Afrika.

Sie brachte mir bei, wie man reist.

Kapitel 7 – Was Afrika mich lehrte / Abschließende Gedanken

Meine Geheimwaffe war einfach.

Eine Polaroidkamera.

Wenn ich jemanden kennenlernte, fotografierte ich ihn und gab ihm sofort sein Bild.

Heute klingt das gewöhnlich.

Damals war es beinahe Magie.

Die Menschen lachten.

Kinder versammelten sich um mich.

Aus Fremden wurden innerhalb weniger Minuten Freunde.

Die Kamera wurde zu meinem Reisepass in das Leben der Menschen.