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Heute trägt Hakone Wolken. Wir beginnen mit einem „Western-Frühstück“. Die Anführungszeichen gehören unbedingt dazu: Es ist die japanische Interpretation eines westlichen Frühstücks. Auch Vertrautes kann auf Reisen also noch eine kleine Überraschung bereithalten.
Der Free Pass kennt den Weg. Ich nicht immer.
Dann geht es wieder mit dem Bus los, unseren Hakone Free Pass haben wir ja. Mit Umsteigen, wie es sich inzwischen fast schon gehört. Nur nehme ich vor dem eigentlichen Umsteigen den Ausstieg am falschen Ort. Meine liebe Anneliese protestiert kräftig. Der Fehler gehört mir; der Protest hat durchaus seine Berechtigung.
So kommen wir zu einer kleinen, ungeplanten Wartepause. Zum Glück lässt der nächste Bus nicht lange auf sich warten, und unsere Reise geht weiter. Ein Free Pass ist eben ein praktisches Ticket. Eine Garantie für meine Haltestellenwahl ist er offenbar nicht.
Fünf Etagen zum Staunen
Unser Ziel ist das Okada Museum of Art. Und das beeindruckt uns wirklich. Fünf Etagen mit Keramik, Vasen, Geschichte und Gemälden: eine umfassende Begegnung mit jener besonderen japanischen Ästhetik, die uns auf dieser Reise immer wieder beschäftigt.
Hier lohnt es sich, hinzusehen. Formen, Oberflächen, Malerei – so viel Unterschiedliches, und doch bleibt dieser starke Eindruck von Gestaltung und Schönheit. Anneliese und mir gefällt das Museum ausgesprochen gut. Nach meinem kleinen Beitrag zur Bus-Unterhaltung übernimmt nun erfreulicherweise die Kunst das Programm.
Die Shrimps gingen an uns vorbei
Danach gehen wir ins Teehaus, um den Museumsbesuch ausklingen zu lassen. Das Kaikatei liegt im Grünen; auf unseren Bildern führen Wege und Steinstufen durch den Garten. Ein schöner Rahmen für eine Pause zu zweit.
Beim Essen läuft es allerdings anders als erhofft. Wir haben Shrimps erwartet, bekommen aber Tempura-Fisch. Den mögen wir nicht so gern. Wie die Shrimps an uns vorbeigegangen sind, bleibt hier ungeklärt. Jedenfalls landet an diesem Tag nicht nur mein Busausstieg neben der ursprünglichen Vorstellung.
Oben Eis, unten warm
Unbedingt in dieses Tagebuch gehört noch unsere Pause direkt vor dem Museum: Eis essen und dabei die Füße ins warme Fußbad halten. Oben kühl, unten wohlig warm. Eine Kombination, die ich sehr spannend finde – und für die es nun wirklich keinen blauen Himmel braucht.
Nach fünf Etagen Kunst bekommt also auch das andere Ende des Körpers seine Aufmerksamkeit. Das Foto hält uns beide mit Eis fest; die Füße haben derweil ihr eigenes kleines Wohlfühlprogramm.
Mit Umsteigen zurück in die Gemütlichkeit
Zurück geht es wieder mit dem Bus und mit Umsteigen. Der Bus ist voll. Nach den stillen Bildern, dem Grün und dem warmen Wasser kommt damit noch einmal der ganz normale Reisealltag dazu.
Nun lassen wir diesen erlebnisreichen Tag gemütlich auspendeln. Ein falscher Ausstieg, viel schöne Kunst, verpasste Shrimps und Eis mit Fußbad: Hakone hat uns auch unter Wolken reichlich Stoff fürs Tagebuch geliefert.