Japan-Tagebuch 08: Breakfast Battle – All inclusive, einschließlich Lautstärke

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8. Oktober 2026 · Eine kleine Beobachtung im Hotel

Anneliese beim Frühstück im Hotel während unserer Japan-Motorradreise.
Begleitfoto aus unserer Motorradreise: Anneliese beim Frühstück am 13. Oktober 2026.

Heute ist wieder ein wunderschöner Tag. Japan zeigt sich draußen von seiner besten Seite. Drinnen haben wir für einen anderen Teil des Reiseprogramms inzwischen einen eigenen Namen gefunden: Breakfast Battle.

Das klingt nach einer Sportart. Gemeint ist unser Frühstück im All-inclusive-Hotel. Eine soziale Erfahrung mit erstaunlichem Geräuschpegel. Die Motorradtour hat viele Facetten. Offenbar gehört auch diese dazu.

Ein Buffet, das fast eine eigene Postleitzahl verdient

Bevor ich über den Geräuschpegel berichte, muss ich dem Angebot gerecht werden. Diese Frühstücksbuffets sind unfassbar. So eine Auswahl kenne ich weder aus Europa noch aus meinen Reisen in die USA. Warmes, Kaltes und immer noch mehr: Es scheint beinahe nichts zu geben, was es nicht gibt. Ich schätze die gesamte Buffetlänge hier auf ungefähr hundert Meter. Keine Vermessung, wohlgemerkt – aber ein Frühstück, bei dem schon die Auswahl zur kleinen Wanderung werden kann.

Das Staunen ist also durchaus positiv. Dieses Hotel fährt zum Frühstück eine Vielfalt auf, die mich beeindruckt. Bei einer solchen Auswahl versteht man zumindest, weshalb sich so viele Menschen dafür begeistern. Man könnte hier vermutlich mit völlig unterschiedlichen Frühstücksvorstellungen anreisen und trotzdem zufrieden werden.

Die Höflichkeit macht kurz Pause

Was mich überrascht, ist der Kontrast. Ich erlebe hier sonst so viel Ruhe, Zurückhaltung und Höflichkeit. Im Hotelrestaurant, sobald viele Gäste gleichzeitig zusammenkommen, wirkt die Atmosphäre plötzlich ganz anders. Bei manchen scheint der Schalter von diskret auf deutlich hörbar umzulegen.

Gestern war es beim Essen unglaublich laut. Ich hatte den Eindruck, dass sich die Menschen in dieser großen Runde fast verwandeln. Lauter, lebhafter, weniger zurückhaltend, als ich sie sonst auf unserer Reise wahrnehme. Ein Hotelrestaurant kann also eine höchst interessante Ergänzung zum Guidebook sein. Nur der Ton lässt sich darin leider nicht abdrucken.

All inclusive, einschließlich Lautstärke

Beim All-inclusive-Angebot ist offenbar ziemlich viel enthalten. Die Lautstärke wird jedenfalls großzügig mitgeliefert. Ich hatte Japan bislang eher mit einer bemerkenswerten Fähigkeit zur Rücksichtnahme verbunden. Umso verblüffender ist für mich diese große, geräuschvolle Runde beim Essen.

Unser Ausdruck Breakfast Battle hat jedenfalls seinen Platz im Reisetagebuch verdient. Man reist nach Japan, um Landschaften, Tempel und Menschen kennenzulernen. Und dann liefert einem ausgerechnet das Frühstück eine kleine Studie über das Verhalten in Gruppen. Eine Social Experience, ganz ohne Seminarraum.

Das ist meine Beobachtung aus diesem Hotel und dieser Situation. Gerade solche Unterschiede machen eine Reise interessant: Man hat ein Bild im Kopf, und der Alltag hält sich freundlicherweise nicht immer daran. Sonst hätte man nach drei Tagen bereits alles verstanden. Das wäre ja furchtbar langweilig.

Draußen wartet der schöne Tag

Zum Glück wartet draußen ein wunderschöner Tag auf uns. Der heutige Programmpunkt hat also schon vor der Abfahrt zwei Seiten: das große Staunen über Japan und das kleine Staunen darüber, was eine Menschenmenge am Frühstückstisch auslösen kann. Wer sagt eigentlich, dass nur Motorradfahren Abenteuer ist?

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