15. Oktober 2026 · Kyoto · Am Abend
Heute Abend noch traditioneller Geisha-Tanz mit Musik und danach ein italienisches Dinner als krönender Abschluss dieses Tages. Das Hyatt Regency ist wirklich eine andere Welt. Nach den vielen Tagen auf dem Motorrad tut uns dieser Wechsel ausgesprochen gut.

Ein Abschied, der uns leichtfiel
Vom Tower Hotel haben wir uns heute Morgen ohne große Wehmut verabschiedet. Der Name hatte uns an den englischen Tower erinnert – und daran, dass dieser lange als Gefängnis diente. Eine etwas böse Assoziation vielleicht. Aber das Hotel war für uns tatsächlich eine Enttäuschung.
Auch der gestrige Abschlussabend der Motorradreise hätte schöner sein dürfen. Es war ein Grillabend im Freien auf der Dachterrasse: rauchig, laut und ein wenig chaotisch. Schade um diesen letzten gemeinsamen Abend. Die Freundschaften und Begegnungen bleiben wertvoll; der Rahmen wurde ihnen für mein Gefühl nicht gerecht.
Die ganze Vielfalt der Welt in einer Inselkette
Wenn ich unsere Motorradreise zusammenfasse, ist es dieses Bild: die ganze Vielfalt der Welt in einer Inselkette. Gebirge und Höhenzüge, Wälder, Meeresbuchten, Wüstenlandschaften und Sanddünen. Atemberaubend.
Dazu tolle Straßen, viele Tunnel, immer neue Ausblicke. Tradition neben Avantgarde. Japan hat uns eine Vielfalt gezeigt, die sich kaum in eine einzige Reiseerinnerung fassen lässt.

Zwei Guides, die beinahe Unmenschliches leisteten
Victor und Taka haben auf dieser Reise beinahe Unmenschliches geleistet. Dafür möchte ich ihnen ausdrücklich danken. Gerade bei einer so großen Gruppe wäre aus meiner Sicht aber ein weiterer Guide nötig gewesen. Dass zwei Menschen so viel auffangen, ersetzt keine ausreichende personelle Besetzung.
Ein paar Schönheitsfehler gehören zur Bilanz
Mittags landeten wir fast immer an gesichtslosen Raststationen. Es war nichts reserviert. Die Stopps waren nach meinem Eindruck fast immer technisch begründet und nur selten mit der Sorgfalt ausgewählt, die ich mir für eine solche Reise gewünscht hätte.
Und zwei Hotels waren für uns eine Niete. Leider gehörte das Tower Hotel in Kyoto am Schluss dazu. Das ist schade, gerade weil der letzte Eindruck einer Reise lange nachklingt.
Es bleibt eine überwältigende Reise durch ein atemberaubendes Land. Zu einer ehrlichen Erinnerung gehören für mich beides: das große Staunen und die Dinge, die besser hätten sein können. Jetzt genießen Anneliese und ich Kyoto in unserem eigenen Rhythmus. Heute mit Tanz, Musik und einem wunderbaren Dinner.
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