Japan-Tagebuch 06: Miyajima – ein großes Tor und zwei kleine Reisende

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Die Hiroshima-Etappe · Miyajima · Im Guidebook für den 29. September vorgesehen

Auf Miyajima haben wir ein gemeinsames Foto vor dem roten Torii gemacht. Anneliese und ich am Wasser, das große Tor hinter uns. Ein Motiv, das eine höchst praktische Aufgabe übernimmt: Es erklärt auch ohne lange Bildunterschrift, weshalb wir so weit geflogen sind.

Das Tor steht da, als hätte es sich seinen Platz mit großer Sorgfalt ausgesucht. Wir stellen uns davor und versuchen, als Vordergrund nicht allzu sehr zu stören. Auf Reisen ist man schließlich manchmal Hauptdarsteller und manchmal nur die menschliche Größenangabe neben einer Sehenswürdigkeit.

Kurt und Anneliese am Wasser vor dem roten Torii auf Miyajima

Ein Ruhetag mit erstaunlich viel Bewegung

Das Guidebook nennt den vierten Tourtag einen Ruhetag in Hiroshima. Dazu gehört Miyajima mit dem Itsukushima-Schrein. Unsere Bilder zeigen den Bootsanleger, das Tor am Wasser, den Schrein und die Gassen. Ein Ruhetag ist auf einer Reise eben ein dehnbarer Begriff. Das Motorrad ruht. Der Besitzer macht weiter.

Nach dem großen Blick am Wasser kommen die kleineren Dinge: Gassen, Dächer, Eingänge und Essen. Anneliese zwischen den Ständen, wir vor dem Tor, Menschen unterwegs. Gerade diese Mischung mag ich. Ein berühmter Ort besteht nicht nur aus seinem berühmtesten Foto. Drumherum geht das Leben weiter, und man darf für eine Weile mitgehen.

Wenn die Reise kurz leiser wird

Für Hiroshima sieht das Manual außerdem den Friedenspark und das Friedensmuseum vor. Das sind Orte mit einem anderen Gewicht als ein schöner Aussichtspunkt. Ich mache daraus hier keinen Besuchsbericht ohne die entsprechenden eigenen Erinnerungen. Schon in der Planung stehen das historische Hiroshima und die Insel nebeneinander: Ernst und Schönheit, Nachdenken und Weitergehen.

Unsere Miyajima-Bilder erzählen diese Inselgeschichte ohne großes Getöse. Wasser, das rote Tor und zwei Reisende, die sich freuen, hier zu sein. Kein Rekord nötig. Manchmal reicht es vollkommen, gemeinsam vor etwas Schönem zu stehen.

Die Route führt anschließend über Iwakuni und die Kintai-Brücke Richtung Yamaguchi weiter. Japan hat noch reichlich Seiten umzublättern. Wir übrigens auch.

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