20. Oktober 2026 · Kanazawa
Nach dem langen Ausflug gestern wollten Anneliese und ich Kanazawa heute etwas ruhiger erleben. Und es wurde ein wunderbarer letzter Tag in dieser schönen Stadt.
Im historischen Samurai-Viertel besuchten wir ein ehemaliges Samurai-Haus. Besonders war die Begegnung mit einer Dame, die uns als Nachfahrin der Familie empfing. So bekommt Geschichte plötzlich ein Gesicht. Man betrachtet die alten Erinnerungsstücke und hört von Menschen, deren Geschichte hier bis heute weiterlebt.





Ein prächtiger Samurai-Helm erinnerte an die kriegerische Vergangenheit. Draußen lag ein Garten mit dichtem Grün, Steinen und Wasser. Wir blieben stehen, schauten und ließen uns Zeit.



Anschließend schlenderten wir durch das Viertel. Alte Mauern, hölzerne Tore, immer wieder ein Blick in einen Garten. Zwischendurch probierten wir japanische Süßigkeiten: kleine, sorgfältig angerichtete Häppchen mit unterschiedlichen Auflagen. Gerade diese unscheinbaren Pausen machen einen Reisetag oft besonders schön.



Danach fuhren wir zum D. T. Suzuki Museum. Suzuki – bei dem Namen denkt man zunächst an Autos. Hier aber geht es um einen Philosophen und um Zen.
Schon die Architektur verändert das Tempo. Klare Linien, zurückhaltende Räume, Licht und Wasser. Auf der Wasserfläche zeichneten sich kleine Kreise ab. Wir setzten uns hin, meditierten und genossen die Ruhe. Nach all den Eindrücken der vergangenen Wochen tat das gut: einmal sitzen bleiben, ohne schon an die nächste Station zu denken.





Der anschließende Ausflug zu einem italienischen Restaurant war weniger gelungen. Eine viel zu lange Taxifahrt führte uns durch graue Vorstädte. Für das erhoffte schöne Essen in besonderem Ambiente hatte sich dieser Weg nicht gelohnt. Auch solche Umwege gehören offenbar zum Reisen – gebraucht hätten wir diesen allerdings nicht.

Mit dem Regen wurde es dann ein ruhiger Nachmittag. Zurück im Hyatt Centric lasen wir und ließen den Tag ausklingen.

Jetzt noch ein letztes Bier zum Abschied. Morgen geht es weiter.
Kanazawa bleibt mir mit seinen Gärten, den alten Häusern und dieser besonderen Begegnung im Samurai-Viertel in Erinnerung. Und mit einem stillen Moment am Wasser, für den wir heute zum Glück Zeit hatten.
Morgen: Tokio. Koffer schleppen, Stockwerke wechseln, den richtigen Zug nach Hakone erwischen. Mitten im Menschengewusel wir zwei – und Anneliese, die auf dieses Abenteuer gern verzichten würde. Was hält länger: unser Zeitpolster oder unsere Nerven? Morgen wissen wir mehr.