17. Oktober 2026 · Vormittag
Ein Vormittag in Kyoto – und eine Ruhepause im Hyatt, bevor am Abend die geplante Teezeremonie auf uns wartet.

Heute Vormittag ging es wieder zu Fuß durch Kyoto. Blauer Himmel, Sonne auf den alten Holzfassaden und vor uns diese Gassen, in denen man ständig stehen bleiben möchte. Anneliese und ich waren in der Altstadt von Higashiyama unterwegs, zwischen kleinen Läden, Teehäusern, Tempeln und immer neuen Blicken auf die Dächer der alten Kaiserstadt.
Besonders schön: die Yasaka-Pagode, die plötzlich zwischen den Häusern auftaucht. Ihre fünf Stockwerke stehen über den schmalen Straßen, und beim Weitergehen verändert sich der Blick immer wieder. Ein paar Schritte genügen, schon möchte man das nächste Foto machen. Natürlich haben auch wir unser Erinnerungsbild davor aufgenommen.
Kimonos und ein kleiner Gruß an die Lederhose
Überall begegneten uns Menschen im Kimono. Zarte Farben, kräftige Muster, kunstvoll gebundene Gürtel und Blumen im Haar. Viele Japanerinnen und Japaner tragen diese wunderschöne Kleidung – und manche Touristen möchten für einen Tag ebenfalls dazugehören.
Da musste ich schon schmunzeln. Ein bisschen erinnert mich das an unsere „Preußen in Lederhosen“, die sich bei uns voller Begeisterung in die heimische Tradition einkleiden. Hier eben Kimono statt Krachlederner.
Aber durchaus sympathisch. Man sieht die Freude daran, und die passt wunderbar in diese Gassen. Gruppen lassen sich gemeinsam fotografieren, und selbst vor dem Eisladen begegnen uns Kimonos. Die große Kulturreise darf schließlich auch eine kleine Eispause haben.


Für mich hat der Kimono etwas besonders Schönes: Er lässt jede Frau wie eine Lotusblume erscheinen. Die Farben, die Linien, die sorgfältig gelegten Stoffe – alles gibt ihr einen besonderen Rahmen. Manche Gewänder waren ganz schlicht, andere reich verziert. Dazwischen auch verspielte Varianten mit Spitze, Rüschen und riesigen Schleifen. Es gab viel zu schauen.
Am Rande durften wir sogar eine Hochzeit miterleben. Eine dieser Begegnungen, die man nicht planen kann und die einem von einem Spaziergang besonders in Erinnerung bleiben.
Kleine Entdeckungen zwischen den großen Sehenswürdigkeiten
An einer Holzfassade hingen ausdrucksstarke Masken und Figuren: verschmitzte Gesichter, wilde Grimassen, seltsame Gestalten. Ein Stück weiter lockte der Eingang eines kleinen Lokals mit einer großen roten Laterne. Dahinter ein kleiner Hof, Holz, Schatten und sorgfältig angeordnete Gegenstände.

Und dann wieder Treppen. Kyoto hält seine Besucher in Bewegung. Zwischen den eng stehenden Häusern ging es auf und ab, mit Blicken über graue Ziegeldächer bis zu den grünen Hügeln.


Am Kiyomizu-dera leuchteten die roten Tempeltore gegen den blauen Himmel. Auf den Stufen war einiges los. Wir hatten die Idee mit dem schönen Samstagsspaziergang offenbar nicht allein.
Zwischendurch machten wir eine Pause bei Soba-Nudeln in einem kleinen Lokal. Ein Holztisch, hübsche Schälchen, die Nudeln auf dunklen Tabletts. Nach den vielen Eindrücken tat es gut, einfach einmal Platz zu nehmen.

Am Wasser wird der Vormittag ruhiger
Zu unserem Vormittag gehörte auch ein buddhistischer Garten. Ein wunderschöner Garten mit einem großen Teich, kleinen Inseln, alten Bäumen und Brücken, die sich sanft über das Wasser spannen.

Hier blieb der Blick an anderen Dingen hängen: an den Spiegelungen der Zweige, den ersten gelben und roten Blättern, einer Kiefer am Ufer. Große Steinplatten führten über einen schmalen Wasserlauf. Auf der geschwungenen Holzbrücke blieb Anneliese für ein Foto stehen.

Über den Bäumen war der Kyoto Tower zu sehen. Die heutige Stadt war also ganz nah. Zwischen Wasser, Steinen und Grün konnte man sie trotzdem für eine Weile vergessen.
Das gefiel mir besonders an diesem Vormittag: erst die vielen Menschen, die Kimonos, die kleinen Geschäfte und die prächtigen Tempeltore. Danach dieser Garten, in dem man Zeit hatte, die Eindrücke ein wenig nachklingen zu lassen.
Jetzt erst einmal die Füße hoch
Inzwischen sind wir zurück im Hyatt und ruhen uns aus. Die Füße haben ihre Pause verdient, und wir tanken neue Kräfte. Denn der Tag geht noch weiter: Heute Abend wartet die Teezeremonie auf uns.
Nach diesem wunderschönen Vormittag in der alten Kaiserstadt freuen wir uns auf den nächsten Teil unseres Kyoto-Tages.
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